Schon als Jugendlicher leistete der Spandauer Alfred Arendt aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime – und bezahlte dafür 1944 mit seinem Leben. Zu seinen Ehren verlegt die Jugendgeschichtswerkstatt Spandau gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Bertolt-Brecht-Oberschule sowie Auszubildenden des SOS-Kinderdorfs Gatow am 3. März den 99. Stolperstein im Bezirk.
Alfred Arendt schloss sich früh der kommunistischen Jugendbewegung an. Als 16-Jähriger wurde er 1933 erstmals von den Nationalsozialisten verhaftet. Zuvor hatte er mit seiner Mutter Auguste in der Achenbachstraße 4 in Spandau gelebt – in einem Gebäude, in dem Auguste einen Kinderhort leitete. Das Haus steht heute nicht mehr.
Nach seiner Verhaftung gelang Arendt die Flucht und er konnte bis 1935 im Untergrund leben. Im September desselben Jahres wurde er schließlich wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu sieben Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die er in verschiedenen Haftanstalten verbüßte. Unmittelbar nach dem offiziellen Strafende brachten ihn die Nazis im Spätsommer 1942 in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort wurde er im Herbst 1944 zusammen mit 26 weiteren Häftlingen erschossen – wegen der Beteiligung an einer Widerstandsgruppe im Lager.
Die Lebensgeschichte Arendts wurde von Schülerinnen und Schülern der Bertolt-Brecht-Oberschule unter Anleitung der Jugendgeschichtswerkstatt des Jugendamtes Spandau erforscht. Bei der feierlichen Stolpersteinverlegung durch Auszubildende des SOS-Kinderdorfs Gatow wird auch Bezirksstadträtin Tanja Franzke (Jugend und Gesundheit) anwesend sein.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen:
Datum: Dienstag, 3. März 2026, 15:30 Uhr
Ort: Achenbachstraße / Ecke Friedrichstraße, 13585 Berlin
Weitere Informationen zur Jugendgeschichtswerkstatt und zu den Stolpersteinen in Spandau: www.jgwspandau.de