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Veranstaltungen und Termine

23. Mai 2012, 15:00 Uhr

Lutherplatzeröffnung

23. Mai 2012, 16:00 Uhr

KIDS in Aktion: Auf die Straßen, Plätze, LOS

01. Juni 2012, 14:00 Uhr

Trödel-Basar im Paule

01. Juni 2012, 14:00 Uhr

Bildungsmesse der Spandauer Neustadt

03. Juni 2012, 11:30 Uhr

Kurkonzerte im Koeltzepark

04. Juni 2012,

Montag noch kein Ruhetag. Bummeln in der Spandauer Neustadt.

05. Juni 2012, 10:00 Uhr

Babymassage bei Eulalia Eigensinn - neuer Kurs!

06. Juni 2012, 15:00 Uhr

6. Spielplatzfest im Koeltze

10. Juni 2012, 11:30 Uhr

Kurkonzerte im Koeltzepark

17. Juni 2012, 11:30 Uhr

Kurkonzerte im Koeltzepark

Projektdarstellung

Die Planer für den Lutherplatz: Anja Freye, Boris Boekhoff und Tho-Mi Bauermeister (von links), Foto: Gruppe F

Der Lutherplatz soll schöner werden. Ein kleiner Garten vor der Kirche mit Blumen und Kräutern, Bänke und Sitzecken, ein Schachfeld, ein Sandkasten für Kleinen, ein Kletterbaum für die Größeren … ein paar Ideen, was sich auf dem zentralen Platz in der Neustadt in Zukunft ändern kann.

Wie sich der Lutherplatz verändern wird, das haben die Neustädter selbst in der Hand. Möglichst viele sollen ihre Wünsche einbringen können: Was gefällt ihnen zurzeit überhaupt nicht am Lutherplatz? Wie nutzen sie den Platz? Was sind ihre Lieblingsecken, wo sind ungeliebte Schmuddelecken? Und: Was soll sich dort künftig ändern?

Dafür haben jetzt die Luthergemeinde und das Quartiersmanagement in der Spandauer Neustadt ein Verfahren gestartet. Bis Mitte September sollen konkrete Ideen mit den Neustädtern entwickelt werden. Die Landschaftsplaner der Kreuzberger „Gruppe F“ sind mit der Planung beauftragt. Sie werden in den nächsten Monaten öfters auf dem Lutherplatz vor Ort unterwegs sein: um mit den Neustädtern über den Platz ins Gespräch zu kommen. Und um bis Mitte September konkrete Ideen und ihre Umsetzung mit den Bewohnern zu planen. 

Das erste große Datum dafür ist der Donnerstag, der 26. Mai: An diesem Tag werden tagsüber auf dem Lutherplatz Ideen und Kritikpunkte gesammelt. Ab 16.30 Uhr sind interessierte Neustädter eingeladen im Paul-Schneider-Haus an verschiedenen Idee weiter zu arbeiten. Ab 18 Uhr wird dann in großer Runde öffentlich diskutiert. 

Ähnliche Bürgerwerkstätten wird es am 23. und 24.Juni geben. Im September wird es dann eine große Abschlussrunde geben: über die konkreten Projekte, die anschließend realisiert werden. 

Einige Vorschläge, die die Luthergemeinde, das Quartiersmanagement und Anwohner bislang haben: den Lutherplatz mit Bänken und Sitzecken in einen belebten Platz zu verwandeln, Spielmöglichkeiten für Kinder zu schaffen, einen Nachbarschaftsgarten pflanzen, Jugendlichen auf dem Platz Raum zu geben und einen Ort für Veranstaltungen kreieren. Gleichzeitig wollen sie mögliche Konflikte entschärfen: Die Trinkerszene soll sich nach ihren Wünschen nicht wieder auf dem Lutherplatz ausbreiten – aber auch nicht ausgegrenzt werden. Blumen und Hunde sollen gut miteinander auskommen. 

Der Landschaftsplaner Tho-Mi Bauermeister wird für die Gruppe F in der Neustadt vor Ort sein, zusammen mit seinen Kollegen Anja Freye und Boris Boekhoff. „Wir kommen nicht mit fertigen Ideen hierher. Wir verstehen uns mehr als Impulsgeber. Wir machen Vorschläge, aber vor allem wollen wir die Ideen der Menschen vor Ort aufnehmen“, sagt Bauermeister. „Mir kommt es so vor, als liegt der Lutherplatz derzeit im Dornröschenschlaf. Der Platz hat viel Potenzial, belebter zu werden als er es heute ist.“ Dafür wollen die Planer auch eng mit den Vereinen und Institutionen rund um den Lutherplatz zusammen arbeiten: mit Eulalia Eigensinn e.V., mit dem BDP Mädchenladen und der Lynar-Grundschule, zum Beispiel. 

Rund 35.000 Euro stehen derzeit für die Umgestaltung des Lutherplatzes zur Verfügung. Rund ein Drittel davon fließt allein in den Planungsprozess. Für den eigentlichen Umbau bleiben rund 25.000 Euro. „Das ist eine sehr überschaubare Summe“, sagt Bauermeister. Für den Anfang reiche es, um Impulse zu setzen. Aber große Sprünge, etwa tolle Spielgeräte, seien damit noch nicht zu finanzieren. Finanziert werden könnten mit dem Budget beispielsweise Hecken und Pflanzen für einen Nachbarschaftsgarten, ein paar Bänke und Tische, kleine Spielgeräte oder ein robuster Rasen für einen Veranstaltungsbereich. 

Wichtig ist der Luthergemeinde, dem Quartiersmanagement und den Planern, dass die Bürgerbeteiligung offen und transparent sein wird. So werden etwa auch die Gespäche mit dem Grünflächen- und dem Ordnungsamt vor Ort geführt. Auch die Anwohner werden dazu eingeladen. In einem Vor-Ort-Büro werden die Planer an mehreren Tagen ihre Arbeit transparent machen. „Die Anwohner können uns dann direkt über die Schulter gucken“, sagt Bauermeister. Fotos, Modelle und Skizzen sollen die Ideen greifbar machen und auch öffentlich präsentiert werden. 

Ein ähnliches Beispiel für die Bürgerwerkstätten, wie sie für den Lutherplatz geplant sind, gibt es ebenfalls in Spandau. Genau gesagt an der Obstallee in Staaken. Dort wurde 2009/2010 der Fußweg parallel zur Obst- und Maulbeerallee mit Beteiligung der Anwohner zu einem „Park der Generationen und Kulturen“ umgestaltet, um ihn wieder mehr zu beleben. 

„Charette“ heißt das Verfahren zur Bürgerbeteiligung, das die Planer Tho-Mi Bauermeister, Anja Freye und Boris Boekhoff auch in der Spandauer Neustadt umsetzen werden. Der Begriff kommt aus dem Französischen und bedeutet „Karren“. Seine Geschichte macht klar, worum es geht: Im 19. Jahrhundert wurden in Paris die Kunststudenten zum Abschluss des Semesters in einem Karren zur Kunstakademie gebracht. Wer seine Abschlussarbeit noch nnicht fertig hatte, malte und zeichnete auf dem Karren weiter. Wie auf einem offenen Karren, der durch das Viertel rollt, wollen auch die Planer arbeiten. Sichtbar und für jeden ansprechbar.